Ortszentren und Innenstädte im Wandel
Jahrzehntelang hat vor allem der stationäre Einzelhandel dafür gesorgt, dass Menschen die Innenstädte besuchen. Der Online-Handel hat das Einkaufsverhalten jedoch nachhaltig verändert, hinzu kommt ein pandemiebedingter und krisenbedingter Rückgang der Innenstadtbesucher, z.B. durch fehlende (Tages-)Touristen, das Wegfallen von Veranstaltungen oder weniger Pendleraufkommen. Damit die Innenstädte und Ortszentren nicht nur funktionsfähig und vital bleiben, sondern zu neuen Anziehungspunkten werden, sind mehr Leben, Frequenz, Nutzungsvielfalt und vor allem ortsspezifische Erlebniskonzepte notwendig. Sollte dies nicht gelingen, drohen langfristig Frequenzeinbrüche, Geschäftsaufgaben, Leerstände, Verödung und Attraktivitätsverlust.
Bei der Umsetzung geeigneter Maßnahmen kommt es auf das Zusammenspiel aller Innenstadtakteure, wie Politik und Verwaltung, Gewerbetreibende und Bevölkerung, an. Neben spezifischen Förderprogrammen zur qualitätsvollen Planung und Revitalisierung von Innenstädten sollten z.B. folgende weitere Maßnahmen gemeinsam umgesetzt werden:
- Citymanagement etablieren
- Umsetzung digitaler Projekte (z.B. lokaler Online-Marktplatz)
- Aktives Leerstandsmanagement etablieren (Zwischennutzungen fördern)
- Flexibilisierung der Ladenöffnungszeiten
- Schaffen von Experimentier- und Erlebnisräumen (z.B. Reallabore, Co-Working-Spaces, Pop-Up-Stores, Kultur- und Kreativzentren)
Nutzungsmischung, Funktionsvielfalt und hohe Aufenthaltsqualitäten sind für attraktive und lebendige Innenstädte wichtiger denn je. Erfolgreiche Innenstädte müssen daher Orte der Kooperation und Partizipation werden, damit sie erfolgreich in der Zukunft bestehen können.
Unter dem Titel „Innenstädte im Wandel“ fand das 22. IHK-Symposium „Wirtschaftsförderung für Kommunen“ 2023 im Stellwerk 18 in Rosenheim statt. Im Rahmen des Wirtschaftsförderersymposiums warfen wir einen Blick auf in der Praxis angewandte Maßnahmen, Handlungsstrategien und Konzepte zur Belebung der Innenstädte. Neben Impulsen zu den Themengebieten Zwischennutzungen, Digitalisierung und Einzelhandelsentwicklungskonzepte wurde auf dem Podium auch mit Unternehmensvertretern zum Thema „Gemeinsam die Stadt von morgen gestalten – was ist der richtige Weg in eine erfolgreiche Zukunft?“ diskutiert.
Die Stadt Rosenheim stellte in diesem Zusammenhang ein anschauliches Beispiel dar, da sie zu diesem Zeitpunkt die Weichen für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Innenstadt stellte. Dies konnten die rund 60 Besucherinnen und Besucher auch bei der anschließenden Stadtführung in Augenschein nehmen. Die Veranstaltungsunterlagen finden Sie im Downloadbereich.
Förderprogramme für Innenstadtprojekte und Betriebe
Bund und Länder unterstützen Gemeinden und Betriebe dabei, den strukturellen Wandel der Innenstädte sowie der veränderten Konsummuster der Kunden zu bewältigen. Dafür sind eine Reihe von Förderprogrammen aufgelegt worden. Eine ersten Überblick über geeigneter Zuschussprogramme finden Sie auf der Webseite der IHK für München und Oberbayern.
