IHK-Konjunkturumfrage - Frühjahr 2026

Der Konjunkturklimaindex, der sich aus den Bewertungen der Unternehmen zur Geschäftslage und den Erwartungen für die kommenden Monate zusammensetzt, ist gegenüber dem Jahresbeginn 2026 um 10 Punkte gesunken.

„Wegen der kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten und in der Folge rasant gestiegener Energiepreise haben sich die Hoffnungen aus der letzten Umfrage auf eine konjunkturelle Erholung im Wirtschaftsraum Coburg vorerst zerschlagen. Stattdessen sieht sich die regionale Wirtschaft nun erneut mit gravierenden Herausforderungen konfrontiert, und das in einer bereits seit mehreren Jahren andauernden Abfolge von strukturellen und geopolitischen Krisen. Die Aussicht auf länger anhaltend gestörte Transportwege, Verwerfungen in den Lieferketten und mangelnde Verfügbarkeiten oder hohe Kosten für Energie und Rohstoffe erhöht die Unsicherheit massiv und schlägt sich in der Stimmung der Unternehmen nieder. Es droht ein weiteres Jahr ohne wirtschaftliche Dynamik“, kommentiert IHK-Präsident Dr. Andreas Engel die Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage zum Frühjahr 2026.

Der IHK-Konjunkturklimaindikator, bei dem es sich um einen Mittelwert aus der Beurteilung der aktuellen Wirtschaftslage und der Geschäftserwartung der befragten Unternehmen handelt, sank um 10 auf 92 Punkte. Damit ist er wieder unter die neutrale 100er-Marke gefallen. Zu der Abkühlung des regionalen Konjunkturklimas haben nachlassende Lagebeurteilungen, vor allem aber die wieder erkennbar pessimistischeren Geschäftserwartungen der befragten Unternehmen beigetragen.

Aktuelle Geschäftslage: Aktuell bezeichnen nur noch 21 Prozent der befragten Betriebe ihre Geschäftslage als gut, 29 Prozent beurteilen sie als schlecht und die Hälfte sieht sie als befriedigend an. Der Saldo aus positiven und negativen Rückmeldungen der Unternehmen zur aktuellen Geschäftslage fällt damit wieder ins Negative auf -8 Punkte (Vorumfrage 2 Punkte). Diese verhaltene Einschätzung spiegelt sich in nahezu allen Branchen wider. Tristesse herrscht vor allem in Industrie und Handel. Lediglich die Dienstleistung zeigt sich weiterhin robust und konnte etwas Boden gutmachen.

Erwartungen: Die vorsichtige Aufhellung der Geschäftsaussichten der regionalen Wirtschaft in der Umfrage zu Jahresanfang ist nun wieder einer deutlichen Skepsis gewichen. Für die kommenden Monate rechnen 27 Prozent der befragten Betriebe mit geschäftlichen Einbußen. Etwas mehr als die Hälfte, nämlich 53 Prozent, meint, das Geschäftsniveau zumindest halten zu können. An eine Aufhellung der Geschäftstätigkeit glaubt inzwischen nur noch jedes fünfte Unternehmen. Der Saldo der Geschäftserwartungen fällt gegenüber dem Jahresanfang um 8 auf -7 Punkte. Gefragt nach den größten Risiken, die die Unternehmen für ihre künftige Geschäftsentwicklung sehen, nennen 77 Prozent die Energie- und Rohstoffpreise, 70 Prozent die Arbeitskosten und 65 Prozent die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.

„Der Nahost-Konflikt verschärft die Lage für unsere Unternehmen in einer ohnehin angespannten Phase deutlich. Schon vorher standen viele Betriebe unter erheblichem Druck durch hohe Energie- und Arbeitskosten, steuerliche Belastungen und bürokratische Hemmnisse. Die Zeit des Haderns muss nun endlich und für alle ein Ende haben. Unsere Unternehmen brauchen strukturelle Reformen, die die Wirtschaft in ihrer Breite entlasten, die Wettbewerbsfähigkeit stärken und bessere Rahmenbedingungen bringen für Investitionen und Wachstum. Nur so schaffen wir neue Perspektiven für Unternehmen und ihre Beschäftigten“, so die eindringliche Forderung von IHK-Präsident Dr. Engel abschließend.