Politik gefährdet Boom

Die bayerische Wirtschaft startet mit gedämpfter Stimmung ins Jahr 2019. Der BIHK-Konjunk-turindex sinkt zu Jahresbeginn um 3 Zähler auf 128 Punkte. Im langfristigen Vergleich herrscht bei den Unternehmen zwar immer noch eine überdurchschnittlich gute Stimmung, doch das Fundament des Booms aus 2018 wackelt: Außenpolitische Risiken wie der Brexit, internationale Handelskonflikte sowie eine Abkühlung wichtiger Auslandsmärkte, wie insbesondere China, belasten die bayerischen Exporteure. Obwohl steigende Einkommen, sichere Arbeitsplätze, niedrige Zinsen und gesunkene Ölpreise für ein gutes Konsumklima sorgen, ist auch das Inlandsgeschäft im Vergleich zum Jahresbeginn 2018 schwieriger geworden.

Die aktuelle Geschäftslage scheint noch in „bester Ordnung“ zu sein: 56 % der Betriebe sind mit ihrer Lage zufrieden, nur 6 % bezeichnen sie als „schlecht“. Die Bewertungen sind per Saldo nur moderat um drei Zähler auf 50 Punkte gegenüber Herbst gesunken und liegen lediglich fünf Zähler unter ihrem Rekordwert aus 2018.

Allerdings haben sich die Aussichten für die kommenden Monate im Vergleich zum Vorjahr spürbar eingetrübt: Mit 9 Punkten liegt der Saldo weniger als halb so hoch wie Anfang 2018. Aktuell rechnen noch 22 % der Betriebe mit mehr Geschäft, 13 % befürchten hingegen eine Eintrübung.

In Folge der hohen Unsicherheit gepaart mit schwächeren Wachstumsaussichten sinken die Investitionspläne auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren. Der Arbeitsmarkt wird hingegen von dieser Eintrübung zunächst nur wenig spüren: 21 % der Unternehmen möchten Personal einstellen, nur 10 % Stellen streichen. Die Einstellungsbereitschaft bleibt im Vergleich zum Herbst annähernd gleich hoch.