Konjunktur: Von globalen Tiefdruckgebieten umgeben

Aktuelle Lage

Die Nachfrage und damit das Wachstum der Auftragsvolumen hat sich merklich verlangsamt. Noch zehren viele schwäbische Unternehmen von dem langanhaltenden Wachstum der letzten Jahre. Zudem trifft die aktuelle Konjunkturschwäche nicht alle Branchen gleichermaßen. Viele Auftragsbücher sind noch gut gefüllt und 90 Prozent der Unternehmen sind befriedigend oder voll ausgelastet. So bewegen sich die Aussagen zur aktuellen Geschäftslage insgesamt weiterhin auf einem hohen Niveau. 58 Prozent beurteilen die Lage mit gut.

Probleme bereitet den Unternehmen vor allem die Entwicklung auf den globalen Märkten. Handelsstreitigkeiten oder Unsicherheiten über die politische und wirtschaftliche Stabilität verschiedener Staaten bremsen die Konjunktur und trüben gerade bei der exportorientierten Industrie die Stimmung. Beispielhaft dafür sind die langen Diskussionen um den bevorstehenden Brexit oder die angekündigten Strafzölle der USA. Dabei sollte eine steigende Zahl an Freihandelsabkommen den weltweiten Handel erleichtern, doch immer mehr nichttarifäre Beschränkungen wie techni­sche Vorgaben oder Local-Content-Vorschriften erschweren den internati­onalen Handel. Der Saldo aus den Nennungen für gestiegene und gesun­kene Auftragsvolumen aus dem Ausland hält sich für die Gesamtwirtschaft noch die Waage, für die Industrieunternehmen fällt er jedoch negativ aus. Die Aufträge aus Nord-, Mittel- und Südamerika gingen weiter zurück. In Europa konnten nur die Dienstleistungs- und Handelsunternehmen noch ein leichtes Wachstum beim Außenhandel erreichen.

Aussichten

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Risiken bleiben die Prognosen für die kommenden Monate vorsichtig. Gut 20 Prozent können sich eine weitere Verbesserung der Geschäftslage vorstellen, es gibt aber auch kriti­sche Stimmen. Obwohl aus Nordamerika wieder ein leichtes Wachstum der Aufträge erwartet wird, rechnen die Unternehmen beim Außenhandel insgesamt allenfalls mit einer gleichbleibenden Entwicklung ohne nennenswerte Steigerungsraten. Wachstumsimpulse werden bei der Inlandsnachfrage gesehen, sie wird auch in den nächsten Monaten eine wichtige Rolle für die Stabilität der Konjunkturentwicklung spielen. Diese Unsicherheiten zur weiteren Entwicklung spiegeln sich in den lang­fristigen Plänen wider. Die Investitionsvorhaben gehen im Vergleich zum Herbst 2018 zurück.


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