Mainfränkische Wirtschaft im Zeichen der Corona-Pandemie

Die Konjunktur in Mainfranken steht zum Jahreswechsel 2020/2021 weiterhin stark im Zeichen der Corona-Pandemie. Der IHK-Konjunkturklimaindex, der die Beurteilung der aktuellen und zukünftigen Geschäftslage in einem Wert zusammenfasst, erreicht 99 Punkte. Somit bewegt sich der Indikator nach dem kräftigen Konjunktureinbruch im Frühjahr 2020 (84 Punkte) und der Erholung im Herbst (102 Punkte) erneut nahe der neutralen Grenze von 100 Punkten, die ein Gleichgewicht von positiver und negativer Gesamtstimmung anzeigt.

Ein Blick ins Detail: Die Geschäftslage beurteilen 33 Prozent der mainfränkischen Unternehmer als gut, während 23 Prozent über schlechte Geschäfte klagen. Per Saldo verbleiben die Lagebeurteilungen mit zehn Punkten auf ähnlichem Niveau wie im Herbst 2020 (Saldo: 7 Punkte). Tourismus- und Gastronomiebetriebe sowie der Einzelhandel – Branchen, die von den Corona-Einschränkungen sowie dem erneuten Lockdown besonders betroffen sind – beurteilen die laufenden Geschäfte jedoch deutlich schlechter als Industrie oder Bauwirtschaft. Trotz der insgesamt robusten Lage meldet jeder zweite mainfränkische Betrieb im Jahr 2020 einen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr, jeder Vierte wiederum ein Umsatzplus. Durch den seit Ende des Jahres 2020 anhaltenden Lockdown und das Auftreten diverser Mutationen des Corona-Virus blicken die mainfränkischen Unternehmen pessimistisch auf die kommenden Monate, die Geschäftserwartungen haben sich seit Herbst verschlechtert. 22 Prozent (Herbst: 19 Prozent) der Unternehmer rechnen im Jahresverlauf 2021 mit einer Verbesserung der Geschäfte, 32 Prozent (Herbst: 23 Prozent) mit einer Verschlechterung. Der Saldo fällt von minus vier Punkten im Herbst auf minus zehn Punkte. Nach wie vor bleibt die Inlandsnachfrage das Top-Risiko für Unternehmen in Mainfranken, gefolgt von den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Hier sind es insbesondere die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise, der Lockdown sowie die fehlende Planungssicherheit, die als Risiken angeführt werden. Darüber hinaus fürchten die Unternehmer künftige Steuererhöhungen und eine Insolvenzwelle samt deren Folgen. Der unsichere Blick auf die kommenden Monate zeigt sich auch in verhaltenen Investitionsplanungen der regionalen Wirtschaft. Zudem rechnen die Betriebe damit, Stellen abbauen zu müssen – zwar gehen 71 Prozent davon aus, ihre Mitarbeiter halten zu können und greifen häufig auf das Instrument der Kurzarbeit zurück. Jeder Fünfte befürchtet jedoch, die Belegschaft verkleinern zu müssen.

Fazit: Die mainfränkische Wirtschaft stellt sich auf ein hartes, von der Corona-Pandemie geprägtes Jahr 2021 ein. Der erneute Lockdown hat den im Sommer 2020 eingeschlagenen konjunkturellen Erholungspfad vorerst gestoppt. Das Fehlen einer echten Neustartperspektive stellt viele Unternehmer in Mainfranken vor große Herausforderungen.