Mainfränkischer Konjunkturmotor läuft wieder

Nach den tiefen Einschnitten im vergangenen Jahr ist der mainfränkische Konjunkturmotor wieder in Fahrt. Der IHK-Konjunkturklimaindex, der die Beurteilung der aktuellen und die Erwartungen an die zukünftigen Geschäfte in einem Wert zusammenfasst, klettert im Vergleich zur Vorbefragung um zehn Punkte nach oben und erreicht mit 130 Punkten seinen höchsten Wert seit Frühjahr 2018. Dabei herrscht branchenübergreifend gute Stimmung. Die großen Unterschiede zwischen den Branchen, wie sie in den zurückliegenden Befragungen zu beobachten waren, scheinen überwunden.

Ein Blick ins Detail: Die Geschäftslage beurteilen 51 Prozent der mainfränkischen Unternehmen als gut, sieben Prozent äußern sich negativ. Per Saldo erreichen die Lagebeurteilungen 44 Punkte (Frühjahr: 29 Punkte) und übertreffen ihr Vor-Corona-Niveau deutlich (Jahresbeginn 2020: 33 Punkte). Nahezu alle Branchen berichten mehrheitlich von guten Geschäften, besonders zufrieden zeigen sich Industrie, Bau und Handel. Aber auch im Tourismus geht es aufwärts, wenngleich die Branche nach wie vor unter den Corona-Auflagen leidet.

Der Ausblick auf die kommenden Monate deutet insgesamt auf eine positive Konjunturentwicklung hin. So erwarten 30 Prozent der Unternehmen eine weitere Belebung, während 13 Prozent mit einer Eintrübung rechnen. Der Saldo klettert mit 17 Punkten auf ein Drei-Jahres-Hoch. Dabei setzt die mainfränkische Wirtschaft nicht nur auf steigende Auftragsvolumina aus dem Inland, die exportorientierte Industrie rechnet zudem mit einer deutlich stärkeren Nachfrage aus dem Ausland, insbesondere aus der EU, Nordamerika und China. Positive Impulse werden auch von den Investitionen erwartet: 28 Prozent der Unternehmen möchten ihre Investitionsausgaben steigern, zwölf Prozent reduzieren. Als Motive führen sie neben der Ersatzbeschaffung insbesondere den Umweltschutz sowie Kapazitätserweiterungen an. Die Beschäftigungsplanungen ziehen hingegen nur leicht an, gut jeder Fünfte möchte neue Stellen schaffen, 15 Prozent Personal abbauen.

Der Ausblick ist dennoch keinesfalls frei von Risiken. Besonders zu kämpfen haben die mainfränkischen Betriebe mit steigenden Preisen für Energie, Rohstoffe und Waren, aber auch Materialknappheiten und Lieferengpässe hemmen die Geschäftstätigkeit - dies berichten zwei von drei Unternehmen. Zudem rückt der Fachkräftemangel wieder verstärkt in den Fokus und gilt für 63 Prozent der regionalen Unternehmen als derzeit größtes Konjunkturrisiko.

Fazit: Mainfrankens Wirtschaft läuft wieder rund. Lage- und Erwartungsmeldungen haben das Vor-Corona-Niveau überschritten, allerdings stellen steigende Energie- und Rohstoffpreise sowie Lieferengpässe und Materialknappheiten die Unternehmen vor immer größere Herausforderungen.