Bayerische Wirtschaft weiter in Topform 2018

Der BIHK-Konjunkturindex liegt mit 135 Punkte nur einen Zähler niedriger als bei seinem Rekord zu Jahresbeginn. Seit acht Jahren liegt der Indikator über seinem langfristigen Durchschnitt - das ist das längste Stimmungshoch seit Beginn der Konjunkturumfrage 1983.

57 % der Unternehmen bewerten ihre aktuellen Geschäfte als gut, rund ein Viertel rechnet mit einer Verbesserung der Geschäfte. Nur 7 % befürchten eine Eintrübung. Die bayerischen Unternehmen wollen investieren und Personal einstellen. Zwei von zehn Unternehmen suchen zusätzliche Arbeitskräfte. Gebremst wird die gute Entwicklung vor allem durch den Fachkräftemangel: Fast zwei von drei Unternehmen (64%, 10 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr) sehen in ihm ein Geschäftsrisiko.

 

Risiken für die Konjunktur in Bayern im Frühjahr 2018

  • Der Fachkräftemangel ist das größte Risiko für die bayerischen Unternehmen. Im Jahresverlauf hat sich die Situation weiter verschärft: Der Anteil der Unternehmen, für die der Fachkräftemangel ein Problem darstellt, ist gegenüber dem vergangenen Jahr um fast 10 Prozentpunkte auf 64 Prozent gestiegen.
  • Steigende Arbeitskosten werden für immer mehr Unternehmen zum Risiko. Aktuell sehen sie 52 Prozent der Unternehmen als Risiko an, im Frühjahr 2017 waren es 39 Prozent.
  • 41 Prozent der Unternehmen sehen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als kritisch an. Dazu gehören die zunehmende Bürokratie, die schleppenden Planungs- und Genehmigungsverfahren, die hohen Steuern und Abgaben bis hin zu Brexit und Protektionismus

Wirtschaftspolitische Forderungen

  • Um den Fachkräftemangel in Griff zu bekommen, sind verstärkt Bildungsanstrengungen notwendig. Dies wirkt jedoch eher langfristig.
  • Kurzfristig muss die Erwerbsbeteiligung im Inland erhöht werden.
  • Der Zuzug von Fachkräften auf dem Ausland muss vereinfacht werden.
  • Statt die Arbeitszeit mit Hilfe einer befristeten Teilzeit zu verkürzen, sollte die Einkommenssteuer gesenkt werden und der Mittelstandsbauch abgesenkt werden. Dies würde Anreize zu Mehrarbeit geben.
  • Mit einem aktiven, bedarfsgerechten und interkommunalen Flächenmanagement sollen die Voraussetzungen für mehr Investitionen geschaffen werden.

Methodik der bayerischen Konjunkturumfrage

Für den bayerischen Konjunkturbericht wurden insgesamt 3.800 Unternehmen von den bayerischen IHKs schriftlich befragt. Die Konjunkturumfrage wird drei Mal im Jahr durchgeführt.