Den Dialog mit den Mitarbeitern gestalten

Mitarbeiterführung und die Gestaltung des Dialogs zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter haben viel mit Kultur zu tun: mit der Unternehmenskultur, der Gesprächskultur und der Wertschätzungskultur, die in jedem Betrieb dafür sorgen sollten, dass es ein echtes Miteinander gibt. Das Mitarbeitergespräch ist dabei eines der wichtigsten Instrumente des Personalmanagements und sollte im betrieblichen Alltag einen entsprechend hohen Stellenwert haben.

Führung ist mehr als gute Anweisung und Aufgabenklarheit
Während sich Gesellschaft und Wirtschaftswelt stetig verändern, immer komplexer und von neuen Werten geprägt werden, verharrt Führung oft in alten Mustern. Dem Mitarbeiter zu geben, was er sich wünscht (Prämien oder Statussymbole) und im Gegenzug die Leistung, die vom Mitarbeiter erwartet wird zu bekommen - diese Annahme der klassischen Führungsmodelle scheint nach wie vor das Handeln vieler Führungskräfte zu prägen. Sie konzentrieren sich darauf, ab und an zu geben und stetig zu fordern. Das ist schade, denn Unternehmen vergeben mit diesem Führungsstil eine Chance.

Empathie und situatives Gespür sind gefragt
Ein Modell für optimale Mitarbeiterführung gibt es freilich nicht. Dafür sind Menschen und Situationen zu unterschiedlich und zu komplex. Die Kunst guter Mitarbeiterführung besteht darin, sich auf den Gegenüber einzustellen und Mitarbeiter dort abzuholen, wo sie stehen. Ein gutes Gespräch hat daher nicht nur etwas mit den richtigen Fragen und einer förderlichen Gesprächsführung zu tun, sondern auch viel mit Empathie und Einfühlungsvermögen. Nur so ist es möglich, dem Mitarbeiter und der jeweiligen Situation gerecht zu werden und für ein gutes Arbeitsklima und Motivation zu sorgen.

Vorbereitung des Mitarbeitergesprächs wird oft unterschätzt
Wenn auch die Inhalte variieren, in jedem Fall ist die gründliche Vorbereitung beider Gesprächspartner maßgeblich für den Erfolg des Mitarbeitergesprächs. Die Führungskraft ist dafür verantwortlich, dem Gespräch einen passenden Rahmen zu geben und sicherzustellen, dass der Dialog ungestört und ohne Zeitdruck entstehen kann. Der Termin sollte nicht überstürztfestgelegt werden, damit sich beide Seiten in Ruhe auf das Gespräch vorbereiten können. Die Initiative für das Gespräch geht in der Regel vom Vorgesetzten aus, aber auch der Mitarbeiter sollte die Möglichkeit haben, ein Gespräch anzuregen.

Hauptziele des Dialogs mit dem Mitarbeiter:

  • Status quo besprechen
  • Zusammenarbeit gestalten
  • Motivation fördern
  • Weiterentwicklung forcieren
  • Loyales Miteinander aufbauen


Im guten Gespräch kommt man auf vieles zu sprechen
Bei der inhaltlichen Vorbereitung sind beide Gesprächspartner gefordert. Fanden bereits im Vorfeld Mitarbeitergespräche mit Zielvereinbarungen statt, so wird überprüft, welche Arbeits-, Personalentwicklungs- und sonstigen Ziele erreicht wurden, welche Faktoren die Zielerreichung gefördert und welche sie behindert haben. Das strukturierte Gespräch unter vier Augen thematisiert neben konkreten Problemen und Zielen auch die angestrebte Entwicklung und die Zusammenarbeit zwischen dem Vorgesetzten und dem Mitarbeiter, aber auch in der Abteilung oder im Team. So verbessern sich durch den Dialog das Miteinander aber auch die Zielorientierung und die Qualität der Arbeit.

Erfolgstipp: Zuhören und Anerkennen
Für ein erfolgreiches Mitarbeitergespräch ist die wichtigste Kompetenz der Führungskraft das Zuhören. Nur so können Meinungen, Bedürfnisse und Motivationsfaktoren des Mitarbeiters in Erfahrung gebracht werden. Daneben ist Anerkennung ein viel zu selten genutztes Führungsinstrument und Anerkennungsgespräche sind eher die Ausnahme. Dabei können Führungskräfte Mitarbeitern durch Bestätigung und Lob Orientierung vermitteln. Anerkennung schafft ein Erfolgserlebnis und motiviert, nimmt den Mitarbeiter aber gleichzeitig in die Verantwortung für seine geleistete Arbeit.

Anlässe für Mitarbeitergespräche

  • Ende der Probezeit
  • Ablauf der Befristung des Arbeitsvertrags
  • Lob und Kritik, Mitarbeiterbewertung
  • Potenzialentwicklung
  • Zielvereinbarung und Zwischenbilanz ziehen
  • Arbeitsabläufe gemeinsam verbessern
  • Rückkehrgespräche nach längerer Krankheit oder Erziehungsurlaub • Kritik- oder Konfliktgespräche