Fachkräfte: Engpass verschärft sich

Fachkräftebedarf: Wie entwickelt sich die Lücke?

  • Der bayerischen Wirtschaft stehen derzeit 4,4 Mio. Fachkräfte zur Verfügung. Das Fachkräfteangebot für die bayerischen Unternehmen wird ab 2017 zurückgehen. Dies ist das zentrale Ergebnis des Fachkräftereports Bayern 2017.
  • Ende 2017 werden über alle Wirtschaftszweige hinweg rund 227.000 Personen fehlen. Bis zum Jahr 2030 steigt der Engpass auf etwa 451.000 Personen an.
  • Gesucht werden vor allem beruflich Qualifizierte. Ende 2017 werden in Bayern 195.000 beruflich Qualifizierte und 31.000 Akademiker fehlen. Bis 2030 wird sich die Lücke bei den beruflich Qualifizierten mehr als verdoppeln und auf 406.000 Personen ansteigen. Die Lücke bei den Akademikern wird auf 45.000 Personen steigen.
  • Betrachtet man die Branchen, so ist derzeit der größte Fachkräfteengpass bei den beratenden und wirtschaftsnahen Dienstleistungen und bei den personenbezogenen Dienstleistungen vorzufinden.
  • Frauen sind in technischen Berufen deutlich unterrepräsentiert.
  • Das Durchschnittsalter der Belegschaften über alle Wirtschaftszweige hinweg steigt von derzeit 43,3 bis zum Jahr 2030 auf 46,9 Jahre an.

In Bayern stehen im Jahr 2017 gut 4,4 Mio. Fachkräfte in Voll- und Teilzeit zur Verfügung. 93 % dieser Fachkräfte sind beruflich qualifiziert. 7 % besitzen einen Hochschulabschluss.

Mehr als die Hälfte aller Fachkräfte hat eine kaufmännische Ausbildung und damit ein mittleres Qualifikationsniveau. Weitere 10 % haben eine Zusatzqualifikation zum kaufmännischen Fachwirt oder Betriebswirt und gelten als beruflich hochqualifiziert.

Gut ein Viertel aller Fachkräfte hat in Bayern eine gewerblich-technische Ausbildung und weitere 6% aller Fachkräfte haben einen Abschluss als Meister, technischer Fachwirt oder technischer Betriebswirt und gelten ebenfalls als beruflich hochqualifiziert.

Fachkräftebedarf: In welchen Berufe besteht in Bayern im Jahr 2017 Mangel?

Derzeit fehlen vor allem beruflich Qualifizierte in den Unternehmen, allein über 44.000 Fachkräfte mit einer Ausbildung in Unternehmensführung und -organisation (z. B. Bürokaufleute oder Sachbearbeiter) und 23.000 Maschinenbau- und Betriebstechniker (z. B. Industriemechaniker oder Maschinenführer). Der relative Fachkräfteengpass ist bei beruflich höher Qualifizierten besonders hoch.